Jede Minute zählt!
Was passiert, wenn ein Notruf gesendet wird? – Die exemplarische Beschreibung eines Notrufablaufs, wie er täglich in einer der Hausnotrufzentralen professionell durchgeführt wird, gibt Antwort auf diese Frage:
6:47 Uhr - Ein Hausnotruf geht in der Zentrale ein: Der Mitarbeiter sieht auf seinem Computer-Bildschirm, dass der Alarm vom Hausnotrufgerät von Frau Franziska B. ausgelöst wurde.
Gleichzeitig hat er auf dem Bildschirm die wichtigsten Daten vorliegen: Er weiß, wie alt Frau B. ist, wo sie wohnt und vor allem an welchen Erkrankungen sie leidet. Er sieht, dass Frau B. Diabetikerin ist, einen hohen Cholesterinspiegel hat und vor vier Monaten eine Kniegelenksoperation hatte. Außerdem sieht er, welche Medikamente sie einnehmen muss und wer ihre behandelnden Ärzte sind.
6:49 Uhr - Über das Hausnotrufgerät kann der Notrufmitarbeiter sofort mit der 78-jährigen Dame sprechen. Sie berichtet ihm, dass ihr das Aufstehen heute sehr schwer gefallen ist und sie im Schlafzimmer gestürzt ist. Nun kann sie nicht mehr aufstehen und klagt über starke Schmerzen.
6:50 Uhr - Der Notrufmitarbeiter informiert den Bereitschaftsdienst des zuständigen Hausnotrufanbieters. Der Bereitschaftsdienst informiert sich über die Situation von Frau B. und macht sich sofort auf den Weg zu ihr. Zum Glück kann er mit dem in der Einsatzzentrale hinterlegten Schlüssel ins Haus.
7:10 Uhr - Der Bereitschaftsdienst trifft bei Frau B ein. Die Mitarbeiter betreten das Haus mit dem hinterlegten Zweitschlüssel und finden sie im ersten Stock des Wohnhauses. Frau B. ist kaum mehr ansprechbar und droht aufgrund starker Unterzuckerung in ein diabetisches Koma zu fallen. Außerdem hat sie sich beim Sturz den Kopf angeschlagen und altersbedingt möglicherweise weitere Verletzungen zugezogen.
7:15 Uhr - Der Bereitschaftsdienst leistet Erste Hilfe und veranlasst die Alarmierung des Notarztes.
Der Notarzt trifft ein; der Bereitschaftsdienst öffnet diesem die Tür.
8:03Uhr - Der Bereitschaftsdienst kümmert sich auch um den 82-jährigen Ehemann der alten Dame: Herr B. ist schwer sehbehindert und zeigt erste Anzeichen einer Demenzerkrankung. Seine Frau hat bisher das Zubereiten der Mahlzeiten und die Pflege ihres Mannes übernommen. Schnell leitet der Bereitschaftsdienst in die Wege, dass Herr B. in den nächsten Tagen täglich eine warme Mahlzeit vom Menüservice bekommt und dass sich der Pflegedienst um ihn kümmert.
8:46 Uhr - Die Untersuchungen haben ergeben, dass Frau B. eine Gehirnerschütterung, zwei angebrochene Rippen und eine Verstauchung an der rechten Hand hat. Sie wird einige Tage im Krankenhaus bleiben müssen, da die Ärzte ihre Blutzuckerwerte stabilisieren und die Genesung der Verletzung beobachten wollen.
Frau B. ist erleichtert, weil sich schon um ihren Mann gekümmert wurde – und ihr Sohn bereits informiert ist.
Wenn Frau B. nach fünf Tagen aus dem Krankenhaus kommt, werden sie und ihr Mann weiterhin die Unterstützung durch den Menüservice in Anspruch nehmen. Auch danach! Denn das Ehepaar ist inzwischen der Meinung, nicht mehr alles alleine machen zu müssen.

