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Bundeskongress Hausnotruf in Berlin: Selbstbestimmtheit, Teilhabe und Lebensqualität im Alter verbessern

Am 7. und 8. September 2017 fand in Berlin der zweite Bundeskongress der Initiative Hausnotruf zum Thema „Hausnotruf – Dienstleistung der Zukunft?“ unter der Schirmherrschaft von Franz Müntefering, Bundesminister a. D., statt. Rund 300 Branchenexperten sowie Akteure aus Wohlfahrtsverbänden, Gesundheitswesen und Wirtschaft diskutierten die Zukunft des Hausnotrufs.

Prof. Annelie Keil und Dr. Henning Scherf eröffneten den Kongress mit ihrer Keynote „Wie sieht unser Kunde 2020 aus?“ Und stellten fest: Die Bedürfnisse der Menschen an einen Notruf oder eine andere Form der Absicherung sind so unterschiedlich wie diese selbst. Sicher zu sein, selbstbestimmt leben zu können und ein aktives Sozialleben zu haben sind dabei den meisten wichtige Ziele, deren Erreichung mit verschiedenen Mitteln im Lebens- und Wohnumfeld unterstützt werden kann.

Am Kongresstag gab Dr. Monika Kücking (GKV-Spitzenverband) einen Einblick in den Überarbeitungsprozess des Pflegehilfsmittelverzeichnisses. In Fachvorträgen und einer anschließenden Podiumsdiskussion referierten und diskutierten Cornelius Freiherr von Fürstenberg (Malteser Hilfsdienst e. V.), Carsten Große Starmann (Bertelsmann Stiftung), Thomas Mähnert (Die Johanniter) und Prof. Dr. Erich Reinhardt (Medical Valley EMN).

Carsten Große Starmann stellte die Studie "Digitalisierung für mehr Optionen und Teilhabe im Alter" der Bertelsmann Stiftung vor. Er sieht in der Digitalisierung enormes Potenzial, das es nutzbar zu machen gilt. Dazu bedarf es neben politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen auch eines Zugangs zu technischer Innovation durch digitale Souveränität: „Wenn wir wollen, dass digitale Angebote besser genutzt werden, muss es in meinem Lebensumfeld Menschen geben, die ich ansprechen kann (Zugehdienste, soziale Dienste, Anm. der Red.) und die mich auch bei meinen digitalen Fragen unterstützen.“ Datenschutz sei dabei ein, aber nicht das Thema. Die Digitalisierung biete zudem die Chance, die Gesundheitsversorgung effizienter und auch besser zu gestalten, so Prof. Erich Reinhardt, der auf Möglichkeiten der Prävention durch Big Data hinwies. Cornelius Freiherr von Fürstenberg zog Fazit: Im Wesentlichen sei der Hausnotruf momentan noch reaktiv. Man müsse jetzt zur Prävention übergehen und frühzeitig kritische Situationen erkennen.

Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie unseren Referentinnen und Referenten!

Bundeskongress Hausnotruf 2017 – die Fachvorträge zum Nachlesen

Hausnotruf im digitalen Zeitalter: was bleibt, was kommt – ein Ausblick
Dr. Monika Kücking, Leiterin der Abteilung Gesundheit beim GKV-Spitzenverband

Digitalisierung für mehr Optionen und Teilhabe im Alter
Carsten Große Starmann, Senior Projektmanager Programm "LebensWerte Kommune", Bertelsmann Stiftung

Gesundheit zuhause – neue Möglichkeiten durch digitale Technologien
Prof. Dr.-Ing. Erich R. Reinhardt, Vorstandsvorsitzender Medical Valley EMN

Fotogalerie

Alle Bilder: Initiative Hausnotruf/Birte Zellentin.

Der erste Bundeskongress Hausnotruf fand im September 2016 in Berlin statt. Den Rückblick finden Sie hier.