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Bundeskongress Hausnotruf in Berlin: für mehr Selbstbestimmtheit im Alter

Am 29. und 30. September 2016 fand in Berlin der erste Bundeskongress der Initiative Hausnotruf zum Thema „Demographischer Wandel und technologische Entwicklungen: heute und in Zukunft“ statt. Rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wohlfahrtsverbänden, GKV-Spitzenverband, Gesundheitswesen sowie aus Technik und Recht diskutierten Themen wie die sozialpolitische Entwicklung, die Rolle des Hausnotrufs und die zukünftige Bedeutung technischer Assistenzsysteme. Der Kongress zeigte, dass die Wahrung der Selbstbestimmtheit im Alter hohe Bedeutung hat – diese gilt es zu stärken.
 
Schirmherr Franz Müntefering, Bundesminister a. D., Präsident des ASB Bundesverbandes und Vorsitzender der BAGSO, eröffnete den Kongress am Donnerstagabend. Er betonte die Bedeutung von Bewegung und sozialen Kontakten im Alter und bestärkte die Kongressteilnehmer in ihrem Einsatz, die Selbstbestimmtheit älterer Menschen zu erhalten. Müntefering: „Die meisten Menschen wollen in ihrer Wohnung bleiben, in ihrem Umfeld, weil das für sie besser ist, als wenn sie in eine fremde Umgebung müssen.“ Es sei wichtig, dass diese Menschen wüssten, dass es „den einen Knopf gibt und wenn etwas passiert, ist schnell jemand da, der hilft.“ Denn: „Das ist eine große Stabilisierung für die Menschen, die sonst doch ein bisschen Angst haben, alleine in der Wohnung zu sein.“ Es sei nicht allen bewusst, dass es den Hausnotruf gebe, dass er bezuschusst werde und dass er Vorteile erziele. „Deshalb sind Kongresse wie dieser wichtig.“

Zum Kongresstag am Freitag, 30.09.2016, begrüßte Ulla Schmidt, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags und Bundesministerin a. D., die Teilnehmenden. Auch Ulla Schmidt berührte in ihrem Grußwort den zentralen Punkt der Selbstbestimmtheit im Alter: „Einrichtungen wie der Hausnotruf sind eine große Errungenschaft, denn sie stärken die Selbstbestimmtheit von Menschen, die in ihrer eigenen Wohnung bleiben möchten und dabei erhöhten Risiken ausgesetzt sind.“ Über Finanzierung und Hilfsmittel hinaus sei es außerdem wichtig, „alles dafür zu tun, ein inklusives Gemeinwesen aufzubauen.“

Bei der Podiumsdiskussion zu Versorgungspotenzialen von Hausnotruf und Telematik debattierten Erwin Rüddel, pflegepolitischer Sprecher der CDU, Elisabeth Scharfenberg, pflegepolitische Sprecherin der Grünen sowie Norbert Klöcker (Malteser Hilfsdienst), Thomas Mähnert (Johanniter-Unfall-Hilfe) und Silke Niewohner (wir pflegen e.V.) aus den Wohlfahrts- und Angehörigenverbänden die Zukunft des Hausnotrufs. Erwin Rüddel sieht „riesige Potenziale“ in der Digitalisierung der Pflege, der Hausnotruf ist ein Teil davon. Die Digitalisierung soll mehr Sicherheit für Pflegebedürftige und eine Entlastung der Pflegenden herbeiführen. Thomas Mähnert, Landesvorstand des Landesverbandes Niedersachsen/Bremen der Johanniter-Unfall-Hilfe, wagt einen Blick in die Zukunft des Systems Hausnotruf: „Das Hausnotrufsystem ist nicht nur für die Hilflosen gedacht. Die Mischung aus Technik und Dienstleistung soll mehr Lebensqualität fördern.“ 

Die Präsentationen von ausgewählten Vorträgen können Sie hier einsehen:

Rechtsanwältin Anja Möwisch präsentierte die rechtlichen Möglichkeiten der Finanzierung von Hausnotruf. Ihren Beitrag finden Sie hier.

Der Gesundheitsökonom Prof. Dr. Klaus Henke widmete seinen Vortrag dem Thema „AAL und Hausnotrufsysteme – der private Haushalt als Gesundheitsstandort“. Seine Präsentation finden Sie hier.

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