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Die Geschichte

Die Initiative Hausnotruf, 2009 gegründet, ist ein Zusammenschluss von Hausnotruf-Anbietern und Geräteherstellern. Mitglieder der Initiative sind die Hausnotruf-Anbieter Arbeiter Samariter Bund, das Deutsche Rote Kreuz, Die Johanniter, der Malteser Hilfsdienst, Sonotel Hausnotruf und Volkssolidarität sowie die Gerätehersteller Doro, Libify, Neat, Spectator Video Technology, Telealarm und Tunstall.

“Wir haben uns als Ansprechpartner für den Hausnotruf etabliert.”

Wie ist die Initiative entstanden? Was hat die Mitglieder zum Zusammenschluss bewogen? Was wurde bisher erreicht? Die drei Gründungsmitglieder Ralf Glück (Volkssolidarität), Michael Schnepel und Michaela Stevens (Sonotel) erzählen im Gespräch, warum Hausnotrufanbieter und Gerätehersteller den Schulterschluss gewagt haben.

Wie ist die Initiative Hausnotruf entstanden?

Ralf Glück (Volkssolidarität): Vor der Gründung der Initiative Hausnotruf arbeiteten bereits Hausnotrufanbieter der Wohlfahrtsverbände und Hilfsorganisationen im „Bundesverband Hausnotruf“ zusammen. Seit Oktober 2006 wurden die Sitzungen des Bundesverbandes durch Gerätehersteller erweitert. Daraus entwickelte sich zunächst das „Forum Hausnotruf“, aus dem dann 2009 die Initiative Hausnotruf entstand.

Michaela Stevens (Sonotel, Geschäftsführerin der Initiative Hausnotruf 2013–2017): Im Zuge der gemeinsamen Arbeit im Bundesverband entstand der Wunsch, Hausnotrufgerätehersteller als Partner in die Organisation einzubeziehen. Denn: Das Pflegehilfsmittel Hausnotruf ist eine Leistung im Rahmen der Pflegeversicherung, die das Hausnotrufgerät samt Funksender sowie die Rund-um-die-Uhr-Betreuung über die Hausnotrufzentrale umfasst. Diese beiden Aspekte gehören fest zusammen. Somit war es sinnvoll, dass Hausnotrufanbieter und Hausnotrufgerätehersteller zusammenfanden.

Michael Schnepel (Gründungsmitglied): Es war unser Ziel, im Rahmen der Neuorganisation der ambulanten Pflege (SGB XI) ein ernstzunehmender Ansprechpartner für die Spitzenverbände der Pflegekassen sowie die Politik zu werden. Dafür haben sich folgende Organisationen im Januar 2009 schließlich zur Initiative Hausnotruf zusammengeschlossen: Arbeiter-Samariter-Bund e. V., BeWo Begleitet Wohnen gGmbH, Deutsches Rotes Kreuz e. V., Johanniter-Unfall-Hilfe e. V., Malteser Hilfsdienst e. V., Sonotel gGmbH, Bosch Sicherheitssysteme GmbH, Neat GmbH sowie Tunstall GmbH.
 

Was war bei der Gründung die Intention? Was sollte gemeinsam vorangetrieben werden?

Michael Schnepel: Wir wollten eine verbesserte öffentliche Wahrnehmung für den Hausnotruf erreichen und den Hausnotruf insbesondere bei den über 65-Jährigen bekannter machen.

Ralf Glück: Das Pflegehilfsmittel Hausnotruf benötigte einen anbieterneutralen Interessenvertreter. Das Vorantreiben von Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit, insbesondere gegenüber Politik und Kostenträgern, aber auch die Nutzung von Synergieeffekten und dem Erfahrungsaustausch spielten bei der Gründung eine entscheidende Rolle.

Michaela Stevens: Gemeinsam kann man mehr bewirken. Dabei geht es nicht darum, einzelne Leistungen unterschiedlicher Hausnotrufanbieter oder einzelne Produkte der Gerätehersteller zu präsentieren, sondern gemeinsam sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Politik und im Gesundheitswesen das Bewusstsein zu stärken: Hausnotruf trägt dazu bei, selbständig und sicher zuhause im Alter oder mit einer Behinderung zu leben. Hausnotruf ist positiv und verdient mehr öffentliche Akzeptanz – daran arbeiten wir seit der Gründung.
 

Was wurde bislang gemeinsam erreicht?

Michaela Stevens: Wir haben uns als Ansprechpartner für den Hausnotruf etabliert. Die von der Initiative Hausnotruf initiierte Studie zeigt, dass außerdem die Bekanntheit und die Akzeptanz des Hausnotrufs gesteigert werden konnten.

Gegenüber Vertretern von Politik und GKV setzen wir uns fortlaufend für die Belange des Hausnotrufs ein. Im Jahr 2016 wurde erstmalig der Bundeskongress Hausnotruf durchgeführt, der eine relevante Plattform für einen fachlichen Austausch bot. Gesundheits- und sozialpolitische Akteure kamen hier zusammen, um Themen rund um den Hausnotruf zu diskutieren. Der Bundeskongress Hausnotruf hat großen Anklang gefunden, so dass dieser weiterhin stattfindet.
 

Wie sehen Sie die Entwicklung und die Rolle der Initiative Hausnotruf in Zukunft?

Michael Schnepel: Wir wollen die Wahrnehmung des Hausnotrufs in Politik, Gesundheitswesen und Öffentlichkeit weiter steigern. Auch die Initiative vergrößert sich: Durch die Aufnahme neuer Mitglieder erhöhen wir unsere Sichtbarkeit und unsere Durchsetzungskraft gegenüber Politik und Gesundheitswesen.

Michaela Stevens: Die Bedürfnisse der Menschen ändern sich, da viele „junge Ältere“ heute Smartphone, Tablet und Co. nutzen. Technik stellt keine so große Hürde mehr für die Menschen dar und die Technologie, die sinnvoll für die Betreuung zuhause und auch mobil eingesetzt werden kann, entwickelt sich stetig weiter. Ich sehe die Rolle der Initiative Hausnotruf darin, diesen Prozess mitzugestalten. Die Themen müssen im Gesundheitswesen angesprochen und verankert werden. Eine unserer Kernaufgaben wird dabei sein, die Bedeutung der sozialen Betreuung bei allen technischen Möglichkeiten ins Zentrum zu rücken.

Glück: Perspektivisch wird der Hausnotruf „smarter“. Einen wichtigen Anteil daran kann die Initiative Hausnotruf leisten und dazu beitragen, dass die Menschlichkeit dabei weiter im Vordergrund steht. Die Schaffung einheitlicher Standards und Empfehlungen für den Hausnotruf ist eine spannende Aufgabe für die Zukunft – hier können wir gemeinsam viel für den Hausnotruf erreichen.